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Eigentlich nicht, man hält sich meistens an das Drehbuch. Aber manchmal sagt einer „Der Satz kommt aus dem Englischen nicht rüber", dann muß man auf die Schnelle einen ganz anderen Gag erfinden. Das gibt’s auch manchmal.
Bei Simpsons kommen ja ganz oft im Original Das versuchen wir, soweit es geht. Zum Beispiel, hier ist Meryl Streep drin mit einem Spucklaut, da holen wir natürlich nicht die deutsche Stimme aus Berlin. Das merkt doch auch kein Mensch. Gut, Paul McCartney hatte eh keine deutsche Stimme. Es tauchte aber mal Clint Eastwood auf, da haben wir sogar Klaus Kindler genommen. Das war aber im Original gar nicht der echte Clint Eastwood.... Das passiert bei denen auch oft, z.B. Clinton ist dann auch nicht der echte Clinton. Und Nixon kriegt man natürlich auch nur ganz selten ans Mikrophon... (lacht) Aber wir bemühen uns schon. Wurde denn John Goodmans Gastrolle aus der 11. Staffel korrekt synchronisiert? Das war jetzt Hartmut Neugebauer, der deutsche John Goodman-Sprecher. Den haben wir für die Folge gehabt, er ist ja auch hier aus München. Aber wenn’s ein Spucklaut ist, oder nur ein Satz, da fliegen wir niemand aus Berlin ein, da kostet alleine der Flug 2000 Mark. Mulder und Scully habe ich damals für „The Springfield Files" in Berlin aufgenommen, weil ich damals viel in Berlin gearbeitet habe, die haben mich mitgenommen. Ist es eigentlich schwer, Regie zu führen, wenn man gleichzeitig eine Rolle zu sprechen hat? Ne. Denn du weißt ja haargenau, was du machen willst. Ich hatte mal eine Krimiserie gemacht, „Die Profis". Da habe ich eine der Hauptrollen gesprochen. Das geht.
Und wenn Sideshow Bob zurückkehren würde, würden Sie ihn wieder sprechen? Wer? Sideshow... ach so, Tingeltangel-Bob, ah ja - natürlich! Wieso wurde er eigentlich umbenannt? Beim ZDF hieß er noch „Sideshow Bob". Weil einfach Buch und Regie gewechselt haben. Ich habe ihn umbenannt. Unter „Sideshow" kann sich niemand in Deutschland etwas darunter vorstellen. Es bedeutet doch nur „der Partner eines Hauptdarstellers". Und bei „Tingeltangel-Bob", weiß man sofort, es ist ein Jahrmarkt-Heini, der für Geld auftritt. Wie kommen eigentlich die deutschen Folgetitel zustande? Sind manchmal selten dämlich... Ich mache Vorschläge, und die Redaktion macht Vorschläge. Entweder wählen sie einen von meinen aus, oder es fällt ihnen was besseres ein. Mit den Titeln ist es aber so: Ich habe mal eine Serie in Berlin gemacht, sie hieß „Night Court" mit John Larroquette, den ich für einen hervorragenden Schauspieler halte, und den ich auch gesprochen habe. Night Court war eine Art abendliches Schnellgericht, da werden Nutten und Zuhälter abgeurteilt, in New York. Hatte den wunderbaren deutschen Titel „Harry’s wundersames Strafgericht", lief um halb eins nachts, keine Sau hat reingeguckt. Und es war so sarkastisch und so witzig, und so... völlig verpufft. Bei diesem Uhrzeit, und bei dem Titel erst. Oder die andere Serie von mir - „Das Leben und Ich". Im Original heißt sie „Boy meets World". Auch kein toller Titel. Aber bei „Das Leben und Ich" - dann guckst du in die HÖRZU und sagst dir: um halb eins Samstag läuft „Das Leben und ich". Was ist das - eine Pfarrerdiskussion, eine Ratgebersendung - und dann läßt man es sein. Ist es schwer, das Cast aufrechtzuerhalten, also die ganzen Nebencharaktere? Nein, im Prinzip nicht. Obwohl, Sandra Schwittau ist zu ihrem Lebensgefährten nach Berlin gezogen, insofern muß sie immer herfliegen. Dann gab’s Probleme, denn Elisabeth Volkmann hat drei Monate in Köln im Theater gespielt. Da mußten wir schauen, wann sie spielfrei hatte, da haben wir sie hergeflogen. Aber im Prinzip - es sind alles Münchener. Wesentliche Probleme gibt’s da nicht. Auch für die Nebencharaktere? Da haben wir eine feste Truppe, und es ist immer dieselbe. Gewechselt haben sie sich ein paar mal, das ist klar. Probleme hatten wir mit Grampa. Walter Reichelt, der Grampa-Sprecher hatte schwere Zuckerkrankheit, man hat ihm sogar ein Bein abgenommen. Er lebt gottseidank noch, aber seine Frau starb dann, und er ist schwer depressiv und möchte mit dem Beruf nichts mehr zu tun haben. In der neunten Jahresstaffel hatte Grampa gottseidank nicht viel, da haben wir jemand genommen. Dann hatte Grampa plötzlich wieder eine große Rolle, und da sagten wir uns, das kann der andere Sprecher nicht packen, das ist ein schlechter Schauspieler. Wir haben dann diesen dritten gesucht, und der jetzige ist auch eine ganz große Klasse. Er hat Charakter! |
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